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Die stürmische Friederike

Am 18. Januar hat uns der Sturm Friederike heimgesucht, der in Niedersachsen mehr Schaden anrichtete, als 11 Jahre zuvor der Sturm Kyrill. Teile unseres Waldes sind komplett zerstört. Seit einigen Tagen beschweren sich nun Spaziergänger bei uns, beim Bürgermeister und beim Ordnungsamt darüber, dass der Wald unschön und die Wege schlecht sind. Wir nehmen Stellung dazu:

Was ist zu tun nach Friederike. Liebe Spaziergänger:

Der Sturm hat unserem Wald sehr geschadet. Wir sind zur Zeit dabei aufzuräumen. Dafür werden wir vermutlich 8 – 12 Monate brauchen. Zuerst bergen wir die Fichte, denn sobald es warm wird, würden die Fichtenstämme eine Borkenkäferplage befördern. Danach erfolgt die Bergung des Laubholzes.
Das Fichtenreisig bleibt im Wald. Es dient zunächst als Kissen für die schweren Maschinen (zur Bodenschonung), später als Nährstoff für folgende Baumgenerationen.

Vor allem nach dem Frost und besonders in den nassen Quartieren werden die Wege vermutlich erst einmal komplett unpassierbar sein. Später pflanzen wir neu. Allerdings wird das dauern, denn man pflanzt normalerweise Pflanzen, die ca. 3 bis 6 Jahre als sind. Wir brauchen ca. 100.000 Jungpflanzen, und diese sind zur Zeit nicht zu bekommen. Diese Neuanpflanzungen werden wir mit Zäunen oder mit Einzelpflanzenschutz gegen Wildverbiß (vor allem Rehwild) schützen müssen.

 

Waldwirtschaft auf Remeringhausen

Besucher unseres Waldes werden also in der nächsten Zeit viel Störendes feststellen können. Wie bereits unsere Vorfahren, bewirtschaften wir den Wald professionell und nachhaltig. Pflege des Waldes und Nutzung des Waldes bedingen einander. Wir sehen die Erhaltung des wirtschaftlichen und des ökologischen Wertes, aber auch des Erholungswertes des Waldes, als unsere Aufgabe. Der Vorwurf, wir würden den Wald ausbeuten und die Wege aus Spaß (oder warum auch immer) zerstören, ist naiv und zeugt von sehr viel Unwissenheit über ökologische Kreisläufe. Auch von sehr viel Unwissenheit zeugt der Vorwurf, der Sturmschaden wäre bei anderer Waldbewirtschaftung nicht entstanden. Falls Sie, liebe Spaziergänger und Besucher unseres Waldes, ein echtes Interesse an unserer Land- und Forstwirtschaft haben, sammeln Sie einige Interessierte zusammen, wir erklären gern im Zuge einer Betriebsführung unser Tun. Bitte haben Sie Verständnis, dass dieses Angebot aus Zeitgründen nicht für Einzelne gilt.

Vorsicht ist geboten

Es freut uns, wenn Naturfreunde in unserem Wald spazieren gehen, allerdings: Die meisten Wälder sind zur Zeit gefährlicher zu betreten, als gewöhnlich. Bitte halten Sie mindestens 100 Meter Abstand zu Waldarbeitern. Bitte betreten Sie den Wald ausschließlich auf den Wegen, auch wenn diese kaum mehr passierbar sind. Wir haben den Wald nicht gesperrt, weisen Sie aber ausdrücklich darauf hin, dass Sie den Wald auf eigene Gefahr betreten.
Die Gefährdungslage ist für den Laien überhaupt nicht und für Profis nicht fehlerfrei erkennbar. Wir sehen davon ab, den Wald komplett zu sperren, bitten Sie aber, auf den Wegen zu bleiben und bei Wind den Wald zu meiden.

 

Der Sturm Kyrill, der 11 Jahre zuvor wütete, hat unter Forstarbeitern und Waldbesitzern bei den Aufräumarbeiten 20 Tote und fast 100 Schwerverletzte gefordert. Angeschobene Bäume, angebrochene Äste, abgerissene Wurzeln und vieles mehr, bergen eine Gefahr, die Sie nicht sehen können. Wir hoffen, in 12 – 18 Monaten weitgehend die gewohnte Sicherheit und die gehabte Wegequalität hergestellt zu haben. Auf den Flächen südlich des Dorfes Heuerssen werden wir das harmonische Bild eines artenreichen und gesunden Waldes mit Laub- und Nadelbäumen unterschiedlichen Alters erst in 60 bis 100 Jahren wieder sehen.

Unser Statement – Sie haben Fragen, wir antworten gern

Wir hoffen Ihnen hier deutlich gemacht zu haben, dass wir weder den Wald zerstören noch ihn ausbeuten! Wenn Sie Fragen haben, wenden Sie sich gerne an uns, bevor Sie bei Ämtern, Behörden, Polizei oder ehrenamtlichen Bürgermeistern unnötige Arbeit verursachen. Es ist stets besser, miteinander, statt übereinander zu sprechen. Wir sind gern ansprechbar und falls Sie in diesem Text spüren, dass wir von lästernden Besserwissern genervt sind, irren Sie nicht.

Und eines noch: Der Wald ist das Zuhause vieler Tiere. Zur Zeit sind die Junghasen, Frischlinge und Kitze bereits geboren. Der veränderte Wald und das Wetter Anfang März bedeuten erheblichen Stress, bitte bleiben Sie auch deshalb auf den Wegen und halten Sie Hunde an der Leine.

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